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Was ist Inkontinenz? – Ursachen, Formen und moderne Behandlungsmöglichkeiten
Harninkontinenz ist der ungewollte Verlust von Urin und betrifft Menschen jeden Alters. Die Arten der Inkontinenz reichen von Belastungsinkontinenz bis zur überaktiven Blase. Verstehen Sie die Ursachen, Symptome und erfahren Sie, warum eine frühzeitige Behandlung wichtig ist und wie moderne Therapien Ihre Lebensqualität verbessern können.
Inkontinenz verstehen – Mehr als nur ein körperliches Symptom
Blasenschwäche ist kein seltenes Problem und dennoch wird kaum darüber gesprochen. Die Scham ist groß, der Leidensdruck oft erheblich. Dabei handelt es sich um eine medizinische Erkrankung, die behandelbar ist. In Deutschland sind schätzungsweise bis zu 9 Millionen Menschen von verschiedenen Formen der Harninkontinenz betroffen. Mehr als zwei Drittel davon sind Frauen [3]. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit bei beiden Geschlechtern, und besonders Pflegebedürftige sind häufig betroffen [3].
Der erste Schritt zur Besserung ist das Verständnis der eigenen Situation. Welche Form der Inkontinenz liegt vor? Was sind die Auslöser? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Diese Fragen zu klären, hilft dabei, die richtige Therapie zu finden und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.
Die verschiedenen Formen der Harninkontinenz
Inkontinenz ist nicht gleich Inkontinenz. Mediziner unterscheiden verschiedene Arten, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben und entsprechend behandelt werden müssen. Die korrekte Diagnose durch einen Facharzt ist daher der Schlüssel zur erfolgreichen Therapie.

Belastungsinkontinenz – Die häufigste Form bei Frauen
Bei der Belastungsinkontinenz kommt es zu unwillkürlichem Urinverlust bei körperlicher Anstrengung. Typische Situationen sind Husten, Niesen, Lachen, schweres Heben oder sportliche Aktivitäten [1]. Die Ursache liegt in einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur, die den erhöhten Druck im Bauchraum nicht mehr ausgleichen kann. Blasenschwäche tritt bei Frauen besonders häufig nach Schwangerschaften und Geburten auf, wenn der Beckenboden überdehnt wurde.
Die Intensität kann von wenigen Tropfen bis zu größeren Mengen reichen. Viele Betroffene passen ihren Alltag unbewusst an – sie meiden bestimmte Bewegungen, tragen ständig Einlagen oder verzichten auf Sport. Diese Einschränkungen müssen nicht sein, denn die Belastungsinkontinenz lässt sich gut behandeln.
Dranginkontinenz – Die überaktive Blase
Die Dranginkontinenz wird auch als überaktive Blase bezeichnet [1]. Betroffene verspüren plötzlich einen starken, kaum kontrollierbaren Harndrang, selbst wenn die Blase nur wenig gefüllt ist. Häufig reicht die Zeit nicht mehr, um rechtzeitig eine Toilette zu erreichen. Diese Form tritt bei Männern und Frauen gleichermaßen auf.
Die Ursachen können vielfältig sein: neurologische Erkrankungen, Harnwegsinfektionen, Medikamente oder auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Oft lässt sich keine eindeutige körperliche Ursache finden. Die überaktive Blase beeinträchtigt den Alltag erheblich, denn ständig muss eine Toilette in der Nähe sein.
Weitere Formen der Inkontinenz
Neben den beiden häufigsten Formen gibt es weitere Varianten [1]:
- Mischinkontinenz: Eine Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz, die besondere therapeutische Herausforderungen mit sich bringt
- Überlaufinkontinenz: Die Blase entleert sich nicht vollständig, sodass ständig kleine Mengen Urin abgehen – häufig bei Männern mit Prostatavergrößerung
- Extraurethrale Inkontinenz: Der Urin gelangt über Fisteln oder anatomische Fehlbildungen nach außen, ohne die Harnröhre zu passieren


Risikofaktoren und Ursachen der Harninkontinenz
Die Ursachen für Harninkontinenz sind vielfältig und oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Ein Verständnis der Risikofaktoren hilft dabei, präventiv tätig zu werden und frühzeitig gegenzusteuern.
Besondere Risikofaktoren für Frauen
Frauen entwickeln deutlich häufiger eine Beckenbodenschwäche als Männer. Die Hauptursachen liegen in der weiblichen Anatomie und den hormonellen Veränderungen im Lebensverlauf [1]:
- Schwangerschaft und Geburt: Das Gewicht des Kindes und die Dehnung während der Geburt belasten den Beckenboden massiv
- Menopause: Der Östrogenmangel führt zu einer Schwächung von Gewebe und Muskulatur
- Mehrfache Geburten: Mit jeder Geburt steigt das Risiko für spätere Blasenschwäche
Risikofaktoren für Männer und Frauen
Beide Geschlechter teilen bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung einer Inkontinenz begünstigen [1]:
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder Parkinson
- Übergewicht, das dauerhaft Druck auf Blase und Beckenboden ausübt
- Operationen im Beckenbereich, insbesondere Prostata-Eingriffe bei Männern
- Bestimmte Medikamente, die die Blasenfunktion beeinflussen
- Rauchen und chronischer Husten, der den Beckenboden belastet
- Bewegungsmangel und fehlende Beckenbodenmuskulatur
Die Auswirkungen auf das tägliche Leben
Inkontinenz ist mehr als ein medizinisches Problem. Die Symptome bei einer Beckenbodenschwäche beeinflussen das gesamte Leben. Viele Betroffene entwickeln ausgeklügelte Vermeidungsstrategien: Sie planen jeden Ausflug nach Toilettenverfügbarkeit, tragen sicherheitshalber dunkle Kleidung oder verzichten ganz auf soziale Aktivitäten.
Die psychischen Folgen sind erheblich. Scham und die Angst vor peinlichen Situationen führen zum sozialen Rückzug. Beziehungen leiden, die Lebensfreude schwindet. Körperliche Aktivität wird gemieden, was wiederum zu weiterer Schwächung der Muskulatur führt – ein Teufelskreis entsteht.
Dabei ist es wichtig zu wissen: Sie sind nicht allein, und es gibt wirksame Hilfe. Je früher Sie sich Unterstützung holen, desto besser sind die Behandlungserfolge.
Moderne Behandlungsmöglichkeiten – Hoffnung und Hilfe
Die gute Nachricht: Harninkontinenz behandeln ist heute auf vielfältige Weise möglich. Von konservativen Methoden wie Beckenbodentraining und Kegelübungen bis hin zu modernen Therapieverfahren stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Nicht immer ist eine Operation notwendig.

Konservative Ansätze
Gezieltes Beckenbodentraining kann bei leichteren Formen bereits gute Erfolge erzielen. Physiotherapeutische Übungen, Biofeedback und Elektrostimulation helfen, die Muskulatur zu kräftigen. Allerdings erfordert dies viel Geduld, Disziplin und regelmäßiges Training über Monate hinweg.
Innovative nicht-invasive Therapien
Für Menschen, die keine Operation wünschen oder bei denen diese nicht infrage kommt, bietet die nicht-invasive Inkontinenzbehandlung eine moderne Alternative. Der Emsella Stuhl nutzt elektromagnetische Energie, um die Beckenbodenmuskulatur intensiv zu trainieren – ganz ohne Anstrengung, vollständig bekleidet und ohne Ausfallzeiten. In nur 30 Minuten werden etwa 11.000 Muskelkontraktionen ausgelöst, die die Muskulatur nachhaltig stärken.
Die Inkontinenzbehandlung in unserer Hausarztpraxis Dr. Dorigoni in München am Hauptbahnhof bietet diese innovative Therapieform an. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch erstellen wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.
Frühe Diagnostik verbessert die Heilungschancen
Warten Sie nicht zu lange mit dem Gang zum Arzt. Je früher eine Inkontinenz erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. In der Praxis Dr. Dorigoni führen wir eine umfassende Diagnostik durch, um die Ursachen der Inkontinenz zu klären und die passende Therapie zu finden.
Inkontinenz ist kein Schicksal, mit dem Sie sich abfinden müssen. Moderne Behandlungsmethoden ermöglichen es, wieder aktiv und unbeschwert am Leben teilzunehmen. Sprechen Sie mit uns über Ihre Beschwerden – wir behandeln jedes Anliegen mit der notwendigen Diskretion und Empathie.
Quellen: [1] Bladder weakness (urinary incontinence) – Types and causes | gesund.bund.de [3] Urinary incontinence statistics | gesund.bund.de